Weltfrauentag 2026: Wir sind noch nicht fertig!
Die Ungleichheiten bleiben: in der Arbeit (der bezahlten und der unsichtbaren), im Alltag, im öffentlichen Raum – und überall dort, wo Entscheidungen getroffen werden. Dahinter stehen weiterhin Erwartungen und Rollenbilder, die Frauen begrenzen. Wir sind schon weit gekommen – dank Generationen von Frauen, die gekämpft, verhandelt, nicht aufgegeben haben. Aber es bleibt viel zu tun. Vielleicht heute besonders, weil die Debatte längst wieder Gegenwind bis hin zu offenem Antifeminismus erzeugt.
Was wir als Verlag beitragen können? Stimmen hörbar machen – die lauten und wütenden, aber auch die leisen und zarten. Rebellische, unabhängige Frauen gehören fest zur DNA der Aufbau Verlage: als Autorinnen, die gegen den Strom schwimmen, und als Figuren, die ihren ganz eigenen Weg gehen – und uns mit ihren Geschichten Mut machen.
Zum Weltfrauentag nehmen wir Sie mit – durch drei Stationen, an denen Frauen bei uns im Zentrum stehen: wir begegnen Romanheldinnen, die zeigen, wie vielfältig weibliche Stärke ist, wir feiern zwei Autorinnen, die unbedingt schreiben wollten und stellen die Frage, wer in der Geschichte bisher gefehlt hat.
Außerdem stellen wir Ihnen Bücher vor, die den aktuellen feministischen Diskurs mitprägen, sowie politische Sachbücher von Autorinnen, die den Blick weit über vermeintliche »Frauenthemen« hinaus öffnen.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Entdecken. Und vielleicht auch Lust, weiterzulesen, weiterzudenken, sich auszutauschen – und Platz für Ihre eigenen Stimmen zu machen!
»sHero Stories«
Welche Art von Heldentum brauchen wir heute?
»sHero Stories« ist ein Wortspiel auf »Hero Story« – und meint die klassische Heldengeschichte, neu erzählt aus weiblicher Perspektive. Wir tauchen in Romanwelten ein und begegnen Frauen aus unterschiedlichen Zeiten und Kulturräumen, die – jede auf ihre eigene Art – für sich selbst einstehen. Es geht um Widerstand, um Selbstermächtigung, um den eigenen Körper, um Liebe – manchmal schlicht ums Überleben. Und um die Kraft, die entsteht, wenn Frauen zusammenhalten!
»HerVoice«
Was kostet es, für die eigene Stimme einzustehen?
Tove Ditlevsen und Brigitte Reimann: Zwei Frauen, die – ihrer Zeit weit voraus – um jeden Preis schreiben wollten. Was der Kampf um die eigene Stimme kostet – und was er freisetzt – liest man ihnen in jeder Zeile an. In ihren Texten spürt man Mut, Sehnsucht und Entschlossenheit. Und vielleicht kann das auch eine Anregung sein, die eigene Stimme nicht kleiner zu machen – denn dafür muss man keine Schriftstellerin sein!
»HerStory«
Wer schreibt Geschichte – und wer wird aus ihr herausgeschrieben?
»HerStory« (ein Wortspiel auf »History«) rückt Frauen ins Zentrum, die in der klassischen Geschichtsschreibung übersehen, verdrängt oder ausradiert wurden. Eine Einladung, die Vergangenheit neu zu lesen – und ihr fehlende Stimmen zurückzugeben.
Feministisches Sachbuch: unser Debatten-Impuls
Postpatriarchales Chaos und wie wir mit Feminismus die Freiheit erobern
Die Zeit des Patriarchats ist vorbei. Die aktuellen politischen Entwicklungen sind kein Beweis für die bleibende Stärke des Patriarchats, sondern Anzeichen für dessen Ende. Das Patriarchat war eine hierarchische Ordnung mit »alten weißen Männern« an der Spitze, gestützt auf anerkannte Institutionen wie Universitäten, Parlamente und Kirchen. Diese Zeiten sind vorbei. Heute basiert Macht auf dem Recht des Stärkeren, physischer Gewalt, ökonomischer Überlegenheit und Willkür. Das ist kein Patriarchat, sondern postpatriarchales Chaos. Feministische Strategien müssen darauf reagieren. In ihrem intellektuell funkelnden und geistreich-pointierten Essay nimmt die Politologin Antje Schrupp eine (selbst)kritische Bestandsaufnahme der Frauenbewegung vor und entwirft Perspektiven für einen zukunftsorientierten, konstruktiven Feminismus, dessen oberstes Anliegen eine freiheitliche Gesellschaft ist.