10. Juni 2024

»Die schönste Buchreihe der Welt«

Buchkunst seit 1985

»Die schönste Buchreihe der Welt« (DIE ZEIT)

Monat für Monat setzen die besten Buchgestalter aus dem deutschsprachigen Raum ihren ästhetischen Akzent – eine einmalige Verbindung von intellektuellem und visuellem Vergnügen. Individuelle Gestaltung, passend zum Inhalt. Feinste Materialien und Einbandbezüge; hochwertiges holzfreies Papier; Fadenheftung und Lesebändchen; goldgeprägte Rückenschilder: All das macht jeden neuen Band der ANDEREN BIBLIOTHEK zu einer Feier der Buchkunst. Die monatlich erscheinenden Originalausgaben, auf 3333 Exemplare limitiert und nummeriert, sind bibliophile Sammlerstücke. Hier berichten Buchgestalterinnen und -gestalter von ihrer Arbeit für die ANDERE BIBLIOTHEK:   

Band 464

Gstaad
Empfehlung

Buchgestaltung: Hanna Zeckau

Das Aquarell des Schlosshotels in den Schweizer Bergen und die Typo auf der Schlaufe muten wie Reiseplakate aus einer mondänen, vergangenen Welt an. Letzte Sonnenstrahlen scheinen auf das im Abenddämmer liegende Luxushotel, das finaler Schauplatz des Schelmenromans ist. Im Kontrast zum Aquarell sind die Sonnenstrahlen als Vektorgrafik und mit einer Gold-Sonderfarbe gedruckt. 

Wenn man das Buch aus der Schlaufe zieht, sieht man, ebenfalls aquarelliert und auf den Einband gedruckt, einzelne erleuchtete Fenster mit Silhouetten, die manch abgründige Geschehnisse im Roman bereits erahnen lassen. 

Den Innenteil durchziehen die Sonnenstrahlen und das Abendrot des Himmels als gestalterisches Element. Vor- und Nachsatz ziert eine  mit Gold-Sonderfarbe gedruckte Sonne auf einem aquarellierten Rosaton. Auch auf den vollflächig in diesem Ton bedruckten linken Seiten der Kapitelanfänge sind weiß ausgesparte Sonnenstrahlen zu sehen. Sie wandern vom Sonnenaufgang in Kapitel 1 bis zum Zenit in Kapitel 3 und Sonnenuntergang in Kapitel 5, was als Symbol für Aufstieg und Niedergang des Protagonisten gelesen werden kann.

Im Gespräch

Band 466

Auf der Longlist der Stiftung Buchkunst: Die Schönsten Bücher 2024

Buchgestaltung: Manja Hellpap, Berlin

Ein Buch übers Deutschsein gestalten, das ist herausfordernd. Was ist denn deutsch? Und wie bildet man das Deutschsein in einem einzigen Motiv ab?  Die ersten Entwürfe zeigten die DIN-Norm als Gestaltungsraster, eine vergoldete Karl-Marx-Büste, behelmte Preußen in Badehose, argwöhnische Jäger auf Tellern mit Goldrand und einen Kartoffeloffizier. Dass die Wahl schließlich auf den besten Freund des Deutschen, den Dackel, fiel, war die Folge eines langen Prozesses. 

Das Blümchendekor als aus der Zeit gefallenes, aber nach wie vor omnipräsentes deutsches Erbe auf Wänden und Polstern lieferte die Tapete für Prinz Asfa-Wossen Asserates Blick in deutsche Wohnzimmer, außerdem den visuellen Rahmen für weitere illustrierende und gliedernde Elemente wie auch die Kapitelüberschriften in der Gazpacho. Bei der Grundschrift fiel die Wahl auf die lesefreundliche Tisa Pro. Die intensive Farbigkeit des Buches bricht die Gestaltung insofern, als dass sie wohl nicht fürs klassisch Deutsche steht – sie sorgt für eine gewisse Kraft, die es als Kontrast zur Motivik hier brauchte.

Im Gespräch

Band 469

Eine Jugend in Deutschland
Empfehlung

Auf der Longlist der Stiftung Buchkunst: Die Schönsten Bücher 2024

Buchgestaltung: Lizzy Onck und Wim Westerveld, OnckWest, Berlin

Der Collage-Stil des Covers ist sowohl von der Zeit, in der die Geschichte spielt, als auch von der Idee des Dokumentierens inspiriert. Das rote Leinen spielt auf Tollers Rolle in der sozialistischen Revolutionsbewegung an. Die Schrift Krana Fat von Schick-Toikka, die wir für die Überschriften verwendet haben, ist die moderne Interpretation einer beliebten Displayschrift aus der Zeit Ernst Tollers. Für den Lesetext haben wir Marist von Dinamo verwendet, eine gut lesbare Schrift mit einer warmen Anmutung. Die wiedergegebenen Dokumente haben wir bewusst anders gestaltet als den Haupttext, um ihnen den Charakter von Archivmaterial zu geben.

Im Gespräch

Band 472

Besondere Tage
Empfehlung
Band 472 (2024)
48,00 €

Buchgestaltung: Katrin Schacke, Offenbach am Main

Er ist Amerika! Amerikas unendliche Weiten, imposante Landschaften und unberührte Natur finden sich auf dem Cover sowie im Vor- und Nachsatz. Die ungewöhnliche Drehung des Covermotivs um 90 Grad visualisiert Whitmans eigenwilligen Blick auf die Dinge und seine »experimentelle und unartige« Weise zu schreiben. Die Schwarz-Weiß-Porträts im Innenteil demonstrieren Whitmans Selbstbewusstsein und sein Interesse am neuen Medium der Fotografie. Whitmans »tiefe Wahrhaftigkeit«, seine Bescheidenheit und Naturverbundenheit spiegeln sich im haptischen Erleben durch schönes, natürliches Leinen als Einbandmaterial, dessen Blaugrau-Ton mit dem Covermotiv korrespondiert.

Im Gespräch

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