16. Aug. 2021

Jana Revedin über ihren Roman »Flucht nach Patagonien«

Interview mit Jana Revedin – ihr Roman erzählt die Geschichte einer Flucht aus Europa und einer außergewöhnlichen Freundschaft zwischen Paris, Patagonien, Buenos Aires und New York.

Was fasziniert Sie an Jean-Michel Frank?

Dieser rebellische Designer einer »neuen Leere« wurde ein halbes Jahrhundert nach seinem tragischen Tod von Yves Saint-Laurent wiederentdeckt, in den bisher erschienenen Monografien aber als drogensüchtiger Tagedieb dargestellt. Hingegen hat er in nur fünfzehn Jahren bis zu seinem viel zu frühen Tod ein bis heute bahnbrechendes Werk geschaffen.

Wie sind Sie auf Eugenia Errazuriz gestoßen?

Eugenia war die Mäzenin der herausragenden Talente der Pariser Moderne, ich hatte sie schon bei meinen Recherchen zu Ise Frank, der »Frau Bauhaus« und Margherita Revedin, der Revolutionärin der venezianischen Kunstszene kennengelernt. »Eleganz heißt Weglassen« war Eugenias Credo, und ich war kaum überrascht, dass sie aus dem hoffnungslosen Muttersöhnchen Jean-Michel Frank ihr „letztes Talent“ und den bedeutendsten Designer der 1930er Jahre machte.

Ihr neuer Roman führt bis ins ferne Patagonien – was verbinden Sie mit den Orten des Romans?

Als ich kaum zehn Jahre alt war, durfte ich, Scheidungskind und von zuhause entwurzelt, erstmals nach Patagonien in die Baumschule und Tischlerei meiner Magdeburger Großonkel reisen. Vor dem Kamin unseres Inselhauses standen zwei sehr moderne hölzerne Freischwinger, mit Hirschfell bezogen. Unser Mapuche-Gärtner sagte mir: »Ja, die hat mein Vater mit einem französischen Designer gebaut, der das Grandhotel gleich nebenan geplant hat.« In diesem Moment, also vor beinahe einem halben Jahrhundert, entstand dieses Buch …

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