BAND 173 (2004)

Herwegh

Ein Heldenleben
vergriffen

Beschreibung

Agitprop als Tragikomödie.*Georg Herwegh (1817 bis 1875): Glückspilz, liebenswürdiger Narr, Tagedieb, Vaterlandsverräter, Wirrkopf und Deutschlands erster politischer Dichter - seiner soll hier gedacht werden. Er zweifelte keinen Augenblick an seiner göttlichen Sendung, glaubte an die Geste, an Zauberformel und Zaubertanz. Unerschütterlicher Sänger: »Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will«.*Er ist ziemlich vergessen, aber zu Lebzeiten war er berühmt und berüchtigt: der deutsche Star 1841, der Buhmann des Jahres 1848. Vertauschte die Feder mit dem Schwert und rettete sich im letzten Moment. Immer wieder Unperson, immer wieder in den Schlagzeilen. Schmachtende Damenkränzchen, Spottfigur der Bänkelsänger, ewiger Emigrant, Freund von Marx, Bakunin, Wagner, Liszt, Herzen und tutti quanti...*Veitstänze, Skandale, eine Audienz beim König, die Heirat mit einer reichen Jüdin, Duellforderungen, Orgien, brotlose Jahrzehnte. Im Jahre 1866 kehrt Herwegh nach Deutschland zurück, schimpft auf Bismarcks Reichsgründung und verscherzt sich die Sympathien seiner letzten Anhänger.*Er verkörpert vieles aus der Geschichte der deutschen Linken, vor allem aber die Figur, die er erfunden hat: den »engagierten Dichter«, seine Glorie, seine Verbitterung und seine Komik.*Die DDR-Germanistik hat Herweghs Heldenleben blankgeputzt. Diese neue Biographie stellt es zum ersten Mal in seiner ganzen Ambivalenz auf Grund zahlreicher, teilweise neu erschlossener Quellen dar.

Verlag
Die Andere Bibliothek
Erscheint
August 2004
ISBN
978-3-8218-4173-1
Format
Originalausgabe
Anzahl Seiten
400
Bandnummer
173
Sprache
Deutsch

Urheber:innen