BAND 139 (2000)

Georg Forster

Ein Leben in Scherben
vergriffen

Beschreibung

Ein Leben zwischen Eigensinn und Unterdrückung.*Schiller schickte ihm drei Xenien nach, in die Hölle. Lichtenberg schwieg ängstlich. Goethe versuchte ein Schlußwort: »So hat der arme Forster dann doch seine Irrtümer mit dem Leben büßen müssen«.*Zwölf Jahre alt, hatte er seinen Vater, einen unzufriedenen Pastor aus dem Danziger Umland, an die Wolga begleitet, auf eine Expedition im Auftrag der Zarin. Die Belohnung blieb aus. Von Anfang an war sein Leben ein wildes Auf und Ab.*Emigration nach London, Südseereise, Bankrott. Die deutsche Ausgabe der Weltreise war eine Sensation, aber die Schulden waren gewaltig. Forster wurde Professor in Kassel. Mit den Rosenkreuzern hatte er kein Glück: aus dem Blei wollte kein Gold werden. Forster heiratete, ging nach Wilna in die »sarmatische Wildnis«, endete als Bibliothekar in Mainz. 1792 besetzten französische Truppen die Stadt. Forster setzte auf die revolutionäre Karte und organisierte, während seine Frau ihn mit einem gewissen Huber verließ, die erste deutsche Republik. Mainz ging verloren und damit seine ganze Habe.*In Paris war Forster entsetzt über den rasenden Parteigeist. Seinen immer wieder neu gefaßten Glauben an die republikanische Sache verlor er nicht. Zur dauernden Enttäuschung der deutschen Spießer starb er in der französischen Hauptstadt eines frühen, aber natürlichen Todes.*Ulrich Enzensberger bringt in seinem Buch die Quellen zum Sprechen: Tagebücher, Aufzeichnungen, Briefe und zum Teil recht entlegene Dokumente. Forsters Leben sperrt sich gegen jede glatte Nacherzählung. Nur die irritierende Form der Montage wird seiner ebenso unbeugsamen wie brüchigen Existenz gerecht. Forsters Ingenium und sein Unglück, Unterdrückung und Eigensinn - das ist eine Rechnung, die bis auf den heutigen Tag nicht aufgeht.

Verlag
Die Andere Bibliothek
Erscheint
April 2000
ISBN
978-3-8218-4139-7
Format
Originalausgabe
Anzahl Seiten
342
Bandnummer
139
Sprache
Deutsch

Urheber:innen