BAND 207 (1989)

Das Massaker der Illusionen

Autor:in: Giacomo Leopardi
Herausgeber:in: Mario Rigoni
Übersetzer:in: Sigrid Vagt
vergriffen

Beschreibung

Wie Leopardi zu dem Ruf eines eher harmlosen Klassikers gekommen ist, dem allenfalls ein paar schöne, wehmütige Gedichte zu verdanken sind - das ist einigermaßen schleierhaft. Er war, darin Schopenhauer ebenbürtig, einer der radikalsten Pessimisten des 19.Jahrhunderts, und seine Kritik der Zivilisation erinnert an Nietzsche.*Nur, dass er kein philosophisches »Hauptwerk« hinterlassen hat, sondern ein immenses Sudelheft, den berühmten Zibaldone. Aus diesem dreitausendseitigen Konvolut hat Mario Rigoni die historischen und politischen Reflexionen Leopardis ausgezogen, eine Operation, durch die dessen subversive Kraft mit verblüffender Schärfe hervortritt. Ohne jede Rücksicht auf die Konventionen seiner Zeit, fern von rationalistischen Illusionen und utopischen Versuchungen, nimmt Leopardi Revolution und Reaktion, Demokratie und Diktatur, Fortschritt und Konservativismus ins Visier und führt unbarmherzig ihre Widersprüche vor.*Einerseits erweist dieser Autor sich als genuiner Erbe Machiavellis und Guicciardinis, andererseits greift er den Problemen unserer Tage vor. Er besteht darauf, die Dinge so zu sehen, wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. Das unterscheidet ihn von allen Ideologen, damals wie heute.

Verlag
Die Andere Bibliothek
Erscheint
Januar 1989
ISBN
978-3-8218-4511-1
Format
Originalausgabe
Anzahl Seiten
312
Bandnummer
207
Sprache
Deutsch

Urheber:innen