Zum Tag der Befreiung: Eine Studie über die »Nazi-Psyche« und das »Böse im Menschen«
Der Nazi und der Psychiater
Eine Studie über Schuld und Verantwortung
In Vorbereitung auf das im November 1945 eröffnete Verfahren der Nürnberger Prozesse untersuchten amerikanische Ärzte die inhaftierten deutschen Politiker, Militärs und Funktionäre, die in der NS-Diktatur besonders hervorgetreten waren, auf ihre psychische Verfassung.
Hermann Göring tat sich unter den Gefangenen als besonders dominant hervor. Der leitende Armeepsychiater Douglas M. Kelley war auf der Stelle fasziniert und sah für sich die einzigartige Chance, in umfassenden Gesprächen die »Nazi-Psyche«, das »Böse im Menschen« zu erforschen.
Jack El-Hai erzählt in »Der Nazi und der Psychiater«, übersetzt von Henriette Heise, von Kelleys Begegnung mit »Reichsmarschall« Hermann Göring.
Das Ende des »Nürnberger Prozess« 1946 jährt sich im Oktober zum achtzigsten Mal und gilt als die Geburtsstunde des modernen Völkerrechts. Im Mittelpunkt der wegweisenden Gerichtsverhandlung vor dem Internationalen Militärgerichtshof, dem Vorläufer des 2002 eingerichteten Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag, stand das Prinzip der individuellen Schuld – ein Bruch mit der Vorstellung, dass allein Staaten für Kriegsverbrechen verantwortlich seien.
Aktuelle Verfilmung
Jetzt wurde der Stoff mit den Oscar©-Preisträgern Rami Malek und Russell Crowe in den Hauptrollen verfilmt.
- Produktionsland/-jahr: USA 2025
- Regie: James Vanderbilt
- Darsteller: Russell Crowe, Rami Malek, Michael Shannon, Richard E. Grant, Leo Woodall, John Slattery, Andreas Pietschmann, Peter Jordan
- Kinostart in Deutschland: 7. Mai 2026
Stalingrad
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Roman
Das erste Buch des Aufbau Verlags über und gegen den Krieg
Am 16. August 1945 wurde der Aufbau-Verlag gegründet. Geleitet wurden die Initiatoren von der gemeinsamen Überzeugung, dass man durch die richtigen Bücher dazu beitragen wolle, Katastrophen wie den Zweiten Weltkrieg in Zukunft zu verhindern. Das erste Buch über und gegen den Krieg, das noch im selben Jahr erschien, war Theodor Plieviers Tatsachen-Epos »Stalingrad«. Viele weitere Bücher gegen das Vergessen sind seither gefolgt.
Der Literaturwissenschaftler Carsten Gansel erzählt, wie Theodor Plieviers Roman sofort zum Weltbestseller wurde und warum wir jetzt die Neuausgabe dringend wieder lesen sollten.
Auszug aus dem Nachwort von Carsten Gansel der erweiterten Neuausgabe des Bestsellers von 1945
Gewalt ausstellen: Erste Ausstellungen zur NS-Besatzung in Europa, 1945–1948
Ausstellungen gegen das Vergessen
Schon kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Gewalt der nationalsozialistischen Besatzung in Ausstellungen gezeigt. Der Band »Gewalt ausstellen« erzählt von diesen frühen Versuchen, das Geschehene sichtbar zu machen – in London, Paris, Warschau, Liberec und Bergen-Belsen. Er zeigt, wie über Zerstörung, Opfer, Widerstand und Kollaboration gesprochen wurde und welche Rolle jüdische Überlebende dabei spielten, den Holocaust zu dokumentieren und öffentlich sichtbar zu machen.
Aktuelle Verfilmung
Jetzt wurde der Stoff mit den Oscar©-Preisträgern Rami Malek und Russell Crowe in den Hauptrollen verfilmt. Regie führte James Vanderbilt. Kinostart in Deutschland ist am 7. Mai 2026.