Sonja M. Schultz erhält den Anna-Seghers-Preis 2026

Mit Sonja M. Schultz wird 2026 eine Blumenbar-Autorin mit dem Anna-Seghers-Preis ausgezeichnet: Ihr Roman »Mauerpogo« erzählt von Jugend, Aufbruch und Widerstand in der DDR. Für die Aufbau Verlage hat dieser Preis eine besondere Bedeutung – denn Anna Seghers zählt zu den ersten und prägenden Stimmen der Verlagsgeschichte.

Die Preisverleihung findet am 6. Juni in der Akademie der Künste Berlin statt.

Porträtfoto Anna Seghers
Autor:in

Netty Reiling wurde 1900 in Mainz geboren.

Kaum eine Autorin ist so eng mit der Geschichte des Aufbau Verlags verbunden wie Anna Seghers. Seit den ersten Jahren des Hauses gehört ihr Werk zum literarischen Fundament des Programms – und bis heute bleibt Aufbau der Verlag, der Seghers’ Schreiben lebendig hält: mit der Werkausgabe, Briefwechseln und Neuauflagen entstehen immer wieder Zugänge zu Leben und Schaffen.

Die Anna-Seghers-Gesellschaft widmet sich seit 1991 ihrem Leben und Werk: Sie fördert die Auseinandersetzung mit ihren Romanen, Erzählungen und publizistischen Schriften, unterstützt Forschung und Austausch und trägt dazu bei, ihr literarisches Erbe lebendig zu halten.

Der Anna-Seghers-Preis wird an junge Autorinnen und Autoren aus dem deutschen Sprachraum und aus Lateinamerika verliehen, die im Sinne von Anna Seghers eine Brücke zwischen beiden literarischen Welten schlagen und mit ihren Werken für eine gerechtere Welt eintreten.

Den diesjährigen Preis erhalten die Blumenbar-Autorin Sonja M. Schultz für ihren Roman »Mauerpogo« und die chilenische Autorin Daniela Catrileo.

Die mit jeweils 12.500 Euro dotierte Auszeichnung wird am 6. Juni in der Akademie der Künste Berlin verliehen.

In Sonja M. Schultz‘ »Mauerpogo« geht es um die Selbstbehauptung von Jugendlichen, die nicht in das normative Wertesystem einer Gesellschaft passen wollen. Der Roman stellt Personen ins Zentrum, die jung sind, queer sind, punk sind. »Und was ist dieses Pank?«, fragt Jos Vater die Tochter. »Alles, was dieses Land nicht ist«, antwortet Jo, »Nicht weggeduckt. Nicht arschlos. Nicht grau«. »Nicht weggeduckt. Nicht arschlos. Nicht grau« trifft auch auf Sonja M. Schultz‘ Literatur zu.

Alexander Graeff, Schriftsteller, Programmleiter Literatur der Brotfabrik Berlin und Juror des Anna Seghers Preises 2026

»Mauerpogo«: ein Buch wie ein Aufbruch, eine Geschichte mit der Wucht eines Punkakkords.

Mauerpogo
Empfehlung

Mauerpogo

Roman

Hardcover
22,00 €

Eisenwerda, 1982. Jo ist vierzehn, steht kurz vor der Jugendweihe, der fürchterlich biedere Rock liegt schon bereit. Da fällt ihr das Foto einer jungen Londonerin in die Hände, das sie elektrisiert: Lederjacke, zerrissene Strumpfhose, wirre Frisur. Für Jo macht plötzlich alles Sinn. Sie färbt sich die Haare knallgrün – von nun an ist sie Punk. Sie gründet eine Band, verliebt sich in Ratte, die rasend schnell Schlagzeug spielt, und verbringt die Nächte Pogo tanzend im Pressluftschuppen. Doch von dieser Freiheit fühlen sich die Autoritäten bedroht. Bald gerät Jo ins Visier der Stasi. Es folgen Schikanen, Verhaftungen, Gewalt ... Mit rotzigem Sound und kraftvollen Bildern erzählt »Mauerpogo« von Freundschaft, Wut und Rebellion. 

Porträtfoto Sonja M. Schultz
Autor:in

Sonja M.

Sonja M. Schultz, geboren 1975, wuchs in Schleswig-Holstein auf, studierte Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte in Berlin, arbeitet nebenbei immer wieder an Dokumentar- und Kurzfilmprojekten, als (Film-)Journalistin, in Politischer Bildung und tritt mit Spoken Word und Songs auf. 2019 erschien ihr Debütroman »Hundesohn« im Kampa Verlag. »Mauerpogo«, 2025 bei Blumenbar erschienen, ist ihr zweiter Roman und wurde mit dem Literaturstipendium des Berliner Senats gefördert.

»Mein innerer Teenie mag Nietenhalsbänder«

Sonja M. Schultz spricht über ihre Recherchen, ihre Liebe zur Sprache und zum Experiment.

Zum Interview

Die Playlist zum Buch

»Eisenwerda Burning«: Der Punksong zu »Mauerpogo«

Titel: »Eisenwerda Burning« - Song basierend auf dem Roman »Mauerpogo« von Sonja M. Schultz. Stimme: DJ Yaneq (Jan Kage)

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