Das Aufbau-Programm im Sommer

Der Sommer in Büchern

Ob Sommerurlaub oder nicht: Die schönsten Reisen sind die, die wir mit der Fantasie unternehmen. Aus diesem Grund haben wir bereits die Bücher unseres neuen Programms für Sie im Gepäck. In den kommenden Monaten tauchen wir in die Vergangenheit ein, erzählen die Gegenwart und blicken in die Zukunft.

In »Das Rosen-Experiment« von Jan Böttcher reisen wir ins glänzende Berlin der Zwanziger Jahre. Die Verstrickungen eines psychologischen Experiments und die atmosphärische Erzählung spiegeln eine flirrende Zeit – ganz nah am Seelenzustand der Gegenwart. Die Zwanziger im südwestrussischen Kasan hingegen sind von Hunger und Not geprägt, was Gusel Jachina, die wichtigste russische Gegenwartsautorin, zu berichten weiß: Historisch akkurat und literarisch meisterhaft erhebt »Wo vielleicht das Leben wartet« eine regelrechte Hymne an die Zuversicht und an Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten.

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg rückt »Auerbach« in ein neues Licht. In der ersten umfassenden Biographie des Philipp Auerbach rollt Hans-Hermann Klare eine der dramatischsten Justizaffären der Nachkriegszeit auf und macht deutlich, dass es die »Stunde Null« nie gegeben hat und der Antisemitismus fortlebte.

Bestseller-Autorin Sigrid Nunez erkundet in ihrem autobiographischen Roman »Eine Feder auf dem Atem Gottes« ihre Anfänge. Sie schreibt von ihren Eltern, Immigration, Liebe und dem Fremdsein in der eigenen Familie. In Jutta Voigts neuem Buch »Wilde Mutter, ferner Vater« sehnt sich die Vergangenheit nach der Gegenwart: Vom Krieg über die DDR bis ins Heute erzählt sie die Geschichte ihrer eigenen Familie zwischen Diktatur und Bohème, Vergebung und Vergessen.

Pilar Quintana gilt als die erfolgreichste Gegenwartsautorin Kolumbiens. Ihr zweiter Roman »Abgrund« über die heranwachsende Claudia ist eine aufwühlende Familiengeschichte, in der Abgründe allgegenwärtig sind. Das Aufwachsen und Leben in der Zechensiedlung Beifang erzählt Martin Simons gewohnt nüchtern und schonungslos. »Beifang« ist ein traurig-komischer Roman über die Unfreiheit der Herkunft. Und der international gefeierte Édouard Louis gibt »Anleitung ein anderer zu werden«: Sein neuer Roman handelt von Scham über die eigene Herkunft, davon, wie man es schafft, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen – und davon, was es kostet, sich selbst neu zu erfinden.

Eine Anleitung für die Zukunft hingegen gibt »Zukunft denken« von David Christian. Der Begründer der »Big History« erklärt, was in den nächsten hundert, tausend oder sogar Milliarden Jahren geschieht und sucht nach Lösungen für die Herausforderungen, vor denen wir als Spezies stehen: Klimawandel und Artensterben.

Wir hoffen, wir konnten Ihre Vorfreude auf die Sommermonate steigern und wünschen viel Spaß beim Stöbern und Lesen!